Donnerstag, 31. März 2016

Die Sache mit der Identität, wenn man depressiv ist...

Wer bin ich eigentlich? Was kann ich gut, was kann ich schlecht? Wie würde ich mich beschreiben? Was macht mir Spaß? Wo möchte ich mal arbeiten? Fragen, deren Antworten u.a. zur Identität gehören.
Die Identität stellt sozusagen den Barcode bzw. die Gesamtheit eines Individuums dar. Man sollte also meinen, jeder von uns würde eine solche besitzen. Ich bin mir da nicht so sicher.

Okay, ich weiß meinen Namen, weiß wo ich wohne und ich weiß was ich nicht kann. Reicht das nicht, um zu wissen, wer man ist?

Depressionen - Einführung zum Blog-Thema

Depressionen beeinflussen das Leben vieler Menschen. Sie sind eine Krankheit, über die noch immer viel zu selten gesprochen und die noch immer viel zu oft stigmatisiert wird. Einzig und allein über eine Sache bin ich wirklich froh: Ich habe durch sie tolle Menschen kennenlernen dürfen, die heute Teil meines Lebens geworden sind.

Warum ein Blog?

Es gibt mehrere Gründe, warum ich mich entschieden habe, hierüber zu bloggen.

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass depressiv zu sein nicht einzig und allein bedeutet, traurig zu sein. Ich bin nicht permanent traurig. Traurigkeit gehört sicherlich zu den Gefühlen, die bei mir vordergründig sind. Und sie ist sicherlich auch ein Symptom der Depression. Doch - und das ist mir wirklich wichtig - handelt es sich hierbei um eine Krankheit! Und diese setzt sich aus mehreren Symptomen zusammen.

Ich möchte hier keine Definition oder wissenschaftliche Erklärung liefern, dazu gibt es genügend im Internet oder in Fachbüchern zu finden. Vielmehr möchte ich darüber schreiben, wie man mit Depressionen leben kann. Wie sich ein Leben mit ihnen anfühlt und dass sich nicht alles darum dreht, traurig zu sein. Ich möchte Betroffenen ein Forum geben, mich mit ihnen austauschen und feststellen, dass wir nicht alleine sind. Und ich möchte Interessierten einen Einblick geben, womit viele Betroffene sich den ganzen Tag so herumschlagen.
Zudem kann ich jeden, der verzweifelt ist, dazu ermutigen, sich Hilfe zu holen. Sei es bei Vertrauenspersonen, Betroffenen oder bei Ärzten - es gibt immer jemanden, der helfen kann!

Ein Blog als Selbsttherapie, Austauschplattform und Hilfestellung für Betroffene und Interessierte.

Das Schreiben ist für mich auf der einen Seite eine Art Selbsttherapie, da ich meine Gedanken sortieren und formulieren muss und sie so weniger wirr durch meinen Kopf schwirren. Zudem schreibe ich nicht nur für mich, sondern öffentlich - ich hoffe, dass das etwas Positives mit meinem Selbstwertgefühl macht, da ich etwas geschafft habe, was ich mir sichtbar vor Augen führen kann und für das ich eventuell sogar auch positive Resonanz bekommen könnte.
Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass die Depression und ihre Ausmaße zwar schon vermehrt in die Köpfe der Menschen gerückt ist, jedoch immer noch ein vorrangiges Unverständnis herrscht, wenn es um das Ausmaß der Beeinträchtigung im Lebensalltag, die Auswirkung auf die Lebensqualität oder sogar die Beeinflussung der Lebensfähigkeit durch die Erkrankung geht. Depressionen sind ernstzunehmen und können im schlimmsten Fall tödlich enden! Und das sollte kein tabuisiertes Thema, sondern so präsent wie möglich sein.

Ich wünsche mir deshalb eine gesellschaftliche Akzeptanz, die die Depression mit anderen schweren Erkrankungen auf eine Stufe stellt und sie als das sieht, was sie ist: Eine psychische Krankheit, die jeden von uns treffen kann.

Sonntag, 27. März 2016

Lebenspfade

Es ist neblig. Die Gassen sind leer, das Licht erloschen. Ich gehe einen Schritt weiter.
Es lässt sich schwer atmen, als würde der Luft Sauerstoff fehlen. Als würde mir Sauerstoff fehlen.
Die Stadt ist klein und dreckig. Der Mondschein drängt sich lustlos durch graue Mauern. Ein paar Bäume stehen nackt und schutzlos in der Dunkelheit, vom Wind geschunden und doch standhaft das Leid ertragend. Ich gehe einen Schritt weiter.
Zum Stadtrand hinaus führt eine Schlucht ins Nichts. Die unendliche Tiefe macht mir Angst. Unendlichkeit macht mir Angst. Dennoch ist dort etwas, das ich beruhigend finde. Etwas, das mich hier rausholt. Ich gehe einen Schritt weiter.