Mittwoch, 26. Oktober 2016

Antidepressiva - Ein Für und Wider

Ganz ehrlich: Ich hatte so gar keine Lust, einen neuen Artikel zu schreiben. Die letzten eineinhalb Wochen waren mitunter eine mittelschwere Katastrophe. Am schlimmsten waren jedoch die Absetzerscheinungen, die ich aufgrund eines Medikamentenwechsels hatte. Da ich das Thema aber für unglaublich wichtig halte, bekam ich einen unausweichlichen inneren Drang, mich doch an die Tasten zu begeben...


Dienstag, 11. Oktober 2016

Auch schwierige Entscheidungen sind zum Treffen da

In den letzten Wochen habe ich eine Entscheidung getroffen und diese auch schon konsequent durchgezogen. Dennoch regt sich in mir jedes Mal, wenn ich von dieser erzähle, der Drang, mir während dessen ein "Bitte nicht nachmachen"-Schild um den Hals zu hängen und mit der Stimme so leise und tief zu werden, als würde ich bei gedämpftem Licht und mit dem Strahl einer Taschenlampe im Gesicht eine Gruselgeschichte erzählen.

Samstag, 16. Juli 2016

Gleichwertigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen

Manchmal wünschte ich, es könnte jemand in meinen Kopf schauen. Und dann denke ich wieder: Oh Gott, wäre das peinlich! Aber dann könnte mal jemand anderes versuchen, etwas Ordnung in diese chaotische Katastrophe zu bringen. Ja, Ordnung wäre wirklich mal nicht schlecht. Hat da irgendwer Lust zu? Kennt sich jemand mit dem Lösen von unlösbaren Aufgaben aus? Vielleicht irgendwelche Physiker oder Mathematiker? Aber nur unter absoluter Schweigepflicht - versteht sich!

Mittwoch, 25. Mai 2016

Umgang mit psychischen Erkrankungen

"Sag mal, ich wurde jetzt schon von drei Menschen in letzter Zeit gefragt, was du machst und wie es dir geht. Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll."
"Du kannst ihnen ruhig sagen, dass ich zurzeit wegen Depressionen krankgeschrieben bin und mein Studium pausiere."
"Nein, das sage ich ihnen nicht. Was sollen die denn denken? Die kriegen das dann in den falschen Hals."

Hmm. Okay. Mein Opa ist 94. Andere Generation eben. Da kann man das schon mal so sehen. Oder?

Mittwoch, 18. Mai 2016

Das innere Kartenhaus

Stille.

Na gut, nicht ganz. Mein Laptop-Opa schnauft laut vor Anstrengung und ich hämmere weniger zaghaft in die Tasten. Das Y ist locker, aber es funktioniert noch. Wenn es seinen Geist aufgibt, muss ich mir wohl etwas anderes überlegen. Vielleicht erfinde ich einen neuen Buchstaben. Oder neue Wörter. Mal schauen.

Montag, 9. Mai 2016

Nicht nur aller Anfang ist schwer...

Könnt ihr euch noch dunkel daran erinnern, als ich über meine Antriebslosigkeit und meine Ladehemmungen was das Artikelschreiben angeht berichtet habe? Wo es hieß "Bis in vier Tagen"? Da war mir noch nicht klar, dass mir damit ein äußerst guter Witz gelungen ist. Wenn ich sage, dass ich früher noch dumm und unerfahren war, dann meine ich damit vor zwei Wochen. Da dachte ich nämlich noch, dass es ja wohl nicht so schwer sein könnte, alle vier Tage einen Blog-Beitrag zu verfassen. Pffff.

Mittwoch, 27. April 2016

Bin ich depressiv? Und gibt es eine Trennlinie zwischen einem Stimmungstief und einer Depression?

Ich möchte mich heute mit zwei grundsätzlichen Fragen beschäftigen, die mir häufiger schon mal als Betroffene gestellt wurden und mit denen ich mich lange auseinandergesetzt habe.

Es geht um die Fragen: "Habe ich eine Depression?" und "Kann man eine Trennlinie ziehen zwischen einer Depression und einem Stimmungstief?"

Dienstag, 19. April 2016

Der Fluch mit den eigenen Ansprüchen

Es ist so weit. Der Tag ist gekommen, vor dem ich mich seit Beginn des Blogs gefürchtet habe – und dessen Erscheinen ich somit angsterfüllt erwartet und damit auch irgendwie herbeigerufen habe. Er hatte quasi gar keine Chance, sich aus der Affäre zu ziehen, weil ich so sicher wie das Amen in der Kirche mit ihm gerechnet habe. Selber schuld, ich blöde Kuh.

Montag, 18. April 2016

Grübeln - Ein unnützes Gedankenchaos

Grübeln. Das Wort an sich klingt doch eigentlich ganz putzig, oder? So harmlos. Unschuldig. Mal eben `ne Runde grübeln, schadet doch nicht. Sinnvolles Nachdenken ist doch eh viel anstrengender. Aber ich sage euch: Wenn man rund um die Uhr grübelt, dann wird das schnell zum Hasswort Nummer 1. Ich könnte brechen, wenn das Wort tänzelnd vor mir rumhüpft und frohlockend singt, wie niedlich es sich doch anhört und mir danach mit ausgestrecktem Mittelfinger auf den Kopf scheißt.

Mittwoch, 13. April 2016

Mein Leben ohne mich

Die meisten meiner depressiven Freunde verkriechen sich in schlechten Zeiten zu Hause, ziehen sich zurück, kapseln sich ab. Ich bin da anders.
Ich könnte mich jeden Tag mit Menschen treffen - wenn es denn die richtigen sind. Während andere niemanden sehen wollen, habe ich den Drang, nicht mit mir alleine zu sein. Das hört sich zunächst positiv an, bin ich der Depression dann doch nicht ganz allein ausgeliefert. Doch inzwischen erkenne ich eine Logik, die mir nicht gefällt: Sind andere Personen involviert, kann ich mich aufraffen. Geht es jedoch um mich, schaffe ich kaum etwas. Das ist schlecht, schließlich bin ich die einzige Person, bei der ich mir sicher sein kann, dass ich sie bis an mein Lebensende an der Backe habe.

Mittwoch, 6. April 2016

Können Hasen eigentlich auch depressiv sein?

Wenn ich an einen freilebenden Hasen denke, dann habe ich gleich das Bild eines glücklichen Tieres im Kopf, das in Zeitlupe und mit einem breiten Grinsen durch die sommerliche Blumenwiese hoppelt. Oder ich sehe einen auf der Landstraße liegen. Diese verkackte Depression...

Sonntag, 3. April 2016

Gestörte kommen selten allein - Das Leben mit zwei undichten Katzen

Katzen sind, wollen wir mal sagen, nicht sehr depressionstauglich. Zumindest unsere.

Meine (beste) Mitbewohnerin (der Welt) und ich besitzen zwei vierjährige Tierheimkatzen, Schnotti und Glimmer.
Schnotti heißt Schnotti, weil sie chronischen Schnupfen hat. Und ihr glaubt nicht, was für Riesenflatschen beim Niesen aus solch einem kleinen Nasenloch kommen können. Ich freue mich immer besonders, wenn sie dann und wann in meinem Gesicht landen. Das ist in der Tat noch ekeliger, als es sich anhört. (Okay, meistens gehen wir beide rechtzeitig in Sicherheit, wenn sich popeliges Unheil ankündigt, aber manchmal lässt es sich halt nicht vermeiden.)

Donnerstag, 31. März 2016

Die Sache mit der Identität, wenn man depressiv ist...

Wer bin ich eigentlich? Was kann ich gut, was kann ich schlecht? Wie würde ich mich beschreiben? Was macht mir Spaß? Wo möchte ich mal arbeiten? Fragen, deren Antworten u.a. zur Identität gehören.
Die Identität stellt sozusagen den Barcode bzw. die Gesamtheit eines Individuums dar. Man sollte also meinen, jeder von uns würde eine solche besitzen. Ich bin mir da nicht so sicher.

Okay, ich weiß meinen Namen, weiß wo ich wohne und ich weiß was ich nicht kann. Reicht das nicht, um zu wissen, wer man ist?

Depressionen - Einführung zum Blog-Thema

Depressionen beeinflussen das Leben vieler Menschen. Sie sind eine Krankheit, über die noch immer viel zu selten gesprochen und die noch immer viel zu oft stigmatisiert wird. Einzig und allein über eine Sache bin ich wirklich froh: Ich habe durch sie tolle Menschen kennenlernen dürfen, die heute Teil meines Lebens geworden sind.

Warum ein Blog?

Es gibt mehrere Gründe, warum ich mich entschieden habe, hierüber zu bloggen.

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass depressiv zu sein nicht einzig und allein bedeutet, traurig zu sein. Ich bin nicht permanent traurig. Traurigkeit gehört sicherlich zu den Gefühlen, die bei mir vordergründig sind. Und sie ist sicherlich auch ein Symptom der Depression. Doch - und das ist mir wirklich wichtig - handelt es sich hierbei um eine Krankheit! Und diese setzt sich aus mehreren Symptomen zusammen.

Ich möchte hier keine Definition oder wissenschaftliche Erklärung liefern, dazu gibt es genügend im Internet oder in Fachbüchern zu finden. Vielmehr möchte ich darüber schreiben, wie man mit Depressionen leben kann. Wie sich ein Leben mit ihnen anfühlt und dass sich nicht alles darum dreht, traurig zu sein. Ich möchte Betroffenen ein Forum geben, mich mit ihnen austauschen und feststellen, dass wir nicht alleine sind. Und ich möchte Interessierten einen Einblick geben, womit viele Betroffene sich den ganzen Tag so herumschlagen.
Zudem kann ich jeden, der verzweifelt ist, dazu ermutigen, sich Hilfe zu holen. Sei es bei Vertrauenspersonen, Betroffenen oder bei Ärzten - es gibt immer jemanden, der helfen kann!

Ein Blog als Selbsttherapie, Austauschplattform und Hilfestellung für Betroffene und Interessierte.

Das Schreiben ist für mich auf der einen Seite eine Art Selbsttherapie, da ich meine Gedanken sortieren und formulieren muss und sie so weniger wirr durch meinen Kopf schwirren. Zudem schreibe ich nicht nur für mich, sondern öffentlich - ich hoffe, dass das etwas Positives mit meinem Selbstwertgefühl macht, da ich etwas geschafft habe, was ich mir sichtbar vor Augen führen kann und für das ich eventuell sogar auch positive Resonanz bekommen könnte.
Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass die Depression und ihre Ausmaße zwar schon vermehrt in die Köpfe der Menschen gerückt ist, jedoch immer noch ein vorrangiges Unverständnis herrscht, wenn es um das Ausmaß der Beeinträchtigung im Lebensalltag, die Auswirkung auf die Lebensqualität oder sogar die Beeinflussung der Lebensfähigkeit durch die Erkrankung geht. Depressionen sind ernstzunehmen und können im schlimmsten Fall tödlich enden! Und das sollte kein tabuisiertes Thema, sondern so präsent wie möglich sein.

Ich wünsche mir deshalb eine gesellschaftliche Akzeptanz, die die Depression mit anderen schweren Erkrankungen auf eine Stufe stellt und sie als das sieht, was sie ist: Eine psychische Krankheit, die jeden von uns treffen kann.

Sonntag, 27. März 2016

Lebenspfade

Es ist neblig. Die Gassen sind leer, das Licht erloschen. Ich gehe einen Schritt weiter.
Es lässt sich schwer atmen, als würde der Luft Sauerstoff fehlen. Als würde mir Sauerstoff fehlen.
Die Stadt ist klein und dreckig. Der Mondschein drängt sich lustlos durch graue Mauern. Ein paar Bäume stehen nackt und schutzlos in der Dunkelheit, vom Wind geschunden und doch standhaft das Leid ertragend. Ich gehe einen Schritt weiter.
Zum Stadtrand hinaus führt eine Schlucht ins Nichts. Die unendliche Tiefe macht mir Angst. Unendlichkeit macht mir Angst. Dennoch ist dort etwas, das ich beruhigend finde. Etwas, das mich hier rausholt. Ich gehe einen Schritt weiter.