Montag, 23. Juli 2018

Blogarbeit und Beginn einer Ausbildung

Vor gut zweieinhalb Jahren habe ich mich entschieden, in Absprache mit meiner Therapeutin und mit Freunden, einen Blog zu führen. Die Idee entstand aus vielen Gründen: Selbsttherapie, Entlastung, Entstigmatisierung. Mir selbst zu beweisen, dass an vielen Vorurteilen eben nichts dran ist. Dem Schreiben einen Sinn zu geben – ich schrieb doch so gern, nur eben nicht für mich selbst. Wieso auch? Etwas nur für mich zu tun erschloss sich mir nicht.

Eigenleistung: Unzufriedenheit vs. Tatendrang

Inzwischen ist es manchmal so, dass ich von mir selbst gelangweilt bin. Ich sträube mich, einen ähnlichen Inhalt immer und immer wieder in anderen Worten auszudrücken. Meine Gedanken als Dauerschleife, ein Schallplatten-Sprung. Zumindest kommt es mir so vor.
Wenn ich mich doch selbst schon langweile, wie ergeht es dann den anderen?
Andererseits: Muss ich nicht anderen Menschen zugestehen, selbst zu entscheiden, wie sie Dinge finden und bewerten? Ich war unentschlossen. Das führte zum Stillstand.

An anderen Tagen überrascht mich Tatendrang. Sein Vorkommen erschien mir zunächst sehr willkürlich, doch das ist er nicht. Erfolgserlebnisse entspringen einer Eigenleistung. Etwas leisten lässt sich oftmals nur, wenn die Kraft dazu ausreicht. Und das mit der Kraft ist eben so eine Sache.

Es ist wie so oft: Viele, viele Faktoren bedingen sich gegenseitig. Manchmal so sehr, dass ich selbst nicht mehr durchsteige. Wenn ich unzufrieden mit meinem Leben bin, dann bin ich meistens auch unzufrieden mit dem, was ich schreibe. Folglich kann ich mir nichts recht machen. Ich verwehre mir dann auch die Chance auf Erfolgserlebnisse, es entwickelt sich eine Abwärtsspirale. Eins führt zum Anderen. Ich werde wütend darüber, dass ich das zulasse. Dann kommt die Hilflosigkeit. Wut. Sozialer Rückzug. Angst.

Wenn ich mir diese Zeilen laut vorlese, dann scheint mir das aus rationaler Sicht nach einer logischen Folge von Ereignissen. Für mich jedoch ist das Beschriebene ein kleiner Teil einer zweiten Ebene, die auf krankem Boden gepflanzt wurde. Das Gerüst ist so instabil und wackelig, weil sein Untergrund, die Basis, nicht gesund ist. Eine kleine Welle wird dann zum Tsunami, der alles umhaut. Ihm entgegen stellt sich oftmals noch die Willensstärke. Sie hat meistens wenig Chance – das macht mir riesige Angst. Etwas unbedingt zu wollen, aber nicht gegen eine Krankheit anzukommen, die sich nicht richtig fassen lässt das führt zu dem Gefühl absoluter Hilflosigkeit.

Ich werde eine Ausbildung im Gesundheitsbereich anfangen!

Ich beginne bald eine Ausbildung. Das hoffe ich zumindest. Ich bin noch nicht mutig genug, detaillierter zu werden. Auf der einen Seite fürchte ich mich vorm Scheitern. Wenn das passieren sollte, dann kann ich gut darauf verzichten, dass man mir dabei zuschaut.
Auf der anderen Seite stehe ich noch auf Kriegsfuß mit ehemaligen Erwartungen an mich selbst und der Realität, die mich schon oft mit allzu viel Härte auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen hat. Auch das hat wieder viel mit Akzeptanz zu tun.

Dazu kommt noch, dass ich mir einst mein Leben doch ganz anders vorgestellt habe: Nach dem Abitur war ich zwar immerzu unentschlossen, was meine Berufswahl anging, doch ich sah mich schon in ferner Zukunft irgendein Studium beenden und in das Berufsleben einsteigen. Ich hätte damals nie gedacht, dass es mal zum täglichen Kampf wird, aus dem verdammten Bett aufzustehen, rauszugehen, am Leben teilzunehmen. Dass ich jahrelang Medikamente nehmen muss, die mir dabei helfen, nicht apathisch irgendwo herumzuliegen. Dass ich Dinge nicht mehr kann, die mir mal leichter fielen. Dass sich allgemein alles so beschissen schwer anfühlen würde.

Viel Wert liegt in den kleinen Dingen...

Ich lerne jedoch auch, die kleinen Dinge mehr wertzuschätzen. Wie schön es ist, mal albern sein zu können. Das ist, zumindest für mich, alles andere als selbstverständlich.
Manchmal denke ich ganz bewusst darüber nach, wie gut es sich anfühlt, eine Nachricht von einer Freundin oder einem Freund zu bekommen. Das bedeutet nämlich, dass sich jemand aktiv Zeit genommen hat, um mit mir in Kontakt zu kommen. Ist es nicht toll, wenn jemand sein Telefon in die Hand nimmt, weil er an uns denkt? Darüber habe ich mir vor ein paar Jahren keine Gedanken gemacht. Achtsamkeit lässt sich lernen – und kann sehr bereichernd sein.

Beruflich werde ich in den Gesundheitsbereich gehen. So viel sei gesagt.
In einer therapeutischen Maßnahme sagte mal jemand zu mir:

Frau A., wenn Sie wirklich eine Ausbildung zur Bürokauffrau machen möchten, dann tun Sie das. Dass Sie dafür qualifiziert sind, haben wir gesehen. Aber das allein wird Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts bringen: Ihre Krankheit hat Sie so sehr im Griff, dass Sie von hinten kommen und Sie packen wird, wenn Sie etwas machen müssen, an dem Ihr Herz nicht hängt. Die Berufsaussichten und Ihre Qualifikationen können noch so gut sein. Ich rate Ihnen, etwas zu tun, was sie so gut es eben geht begeistern kann. Das ist Ihre beste Chance, das durchzustehen.“

Das war brutal ehrlich, aber auch bitter nötig, denn sonst hätte ich womöglich eine Entscheidung aus den völlig falschen Gründen getroffen. Und das wäre sicherlich ein Fehler gewesen, den ich nicht das erste Mal gemacht hätte.

Im Großen und Ganzen muss ich mir eingestehen, dass ich einer Regelmäßigkeit hinsichtlich meines Blogs nicht nachkommen kann, dass ich mich oftmals selbst langweile und dass mir meine eigenen Gedanken immer mal wieder auf die Nerven gehen. Hin und wieder bin ich kurz davor, die Seite einfach zu löschen, damit ich sie in irgendeine verrottete Schublade stecken kann. Ich weiß jedoch genau, dass es Zeiten geben wird, an denen ich das bereuen werde. Und mir ist klar: Ich würde mehr bereuen, etwas auszulöschen, zu dem ich mal gestanden habe, als etwas existieren zu lassen, dass mich manchmal langweilt. Und dann ist da eben noch die kleine Hoffnung, dass sich irgendjemand dort draußen durch das Geschriebene etwas weniger allein fühlt. 
 
Das wäre wirklich schön.

Mittwoch, 18. April 2018

Podcast: Was sind Depressionen und wer bin ich eigentlich?

In dieser Podcastfolge geht es zunächst um drei Fragen: Was sind eigentlich Depressionen? Wer bin ich überhaupt? Und was ist mein Plan für mögliche weitere Episoden?

Die Depression ist grundsätzlich ein Thema, das für jeden interessant sein kann - egal, ob selbst betroffen, angehörig oder ohne indirekte und direkte Berührungspunkte mit der Erkrankung. Jeder kann zum Betroffenen werden und es spielt keine Rolle, in welcher Lebenslage man sich befindet. 

Du kannst dir den Podcast auch bei iTunes anhören. Wenn er dir gefällt, würde ich mich über eine positive Bewertung sehr freuen! ;-)

https://itunes.apple.com/de/podcast/kennst-du-das/id1372554043?mt=2 

Montag, 2. April 2018

Podcast: Kennst du das?

"Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende." (Demokrit)

Ich war dann mal mutig und habe meinen letzten Beitrag vertont:
 

Donnerstag, 29. März 2018

Kennst du das?

Kennst du das?

Wenn die Mauern hinauf zu den Wolken gehen
und du ihr Ende nicht erkennst
wenn dich die meisten nicht verstehen
obwohl du dich so nach Verständnis sehnst

Wenn deine Welt sich nicht mehr dreht
und die Angst dich droht zu lähmen
wenn die Zeit nicht weiter geht
und die Zeiger bloß noch stillstehen

Dann gib mir deine Hand
und wir gehen den Weg zusammen
bis die letzte Glut erlischt

Kennst du das?

Wenn dein Wille der Wahrheit unterliegt
und du nur hilflos vor ihr stehst
wenn Verzweiflung über Hoffnung siegt
und du nur weiter rückwärts gehst

Wenn Zeit zum Paradoxon wird
und Leben zur bloßen Existenz
wenn sich der Lebenssinn verirrt
und du dich selber nicht erkennst

Dann gib mir deine Hand
und wir gehen den Weg zusammen
bis die letzte Glut erlischt

Kennst du das?

Wenn Freude und Geborgenheit
Liebe, Spaß und Glück
als Synonym für Frust und Leid
an dessen traurige Stelle rückt

Wenn verzweifelte Gedanken
dich führen und begleiten
wenn sich Grautöne verankern
und dich Krankheit droht zu leiten

Dann gib mir deine Hand
und wir gehen den Weg zusammen
bis die letzte Glut erlischt

Kennst du das?

Wenn Strom durch deine Adern fließt
und jede Zelle rebelliert
wenn du Tränen nur vergießt
damit der Schmerz an Kraft verliert

Wenn der Tsunami dich erwischt
und du dich ihm tapfer entgegen stemmst
wenn das letzte Licht erlischt
doch du nur auf der Stelle rennst

Dann gib mir deine Hand
und wir gehen den Weg zusammen
bis die letzte Glut erlischt

Kennst du das?

Sonntag, 25. März 2018

Krankheitsakzeptanz – 5 Tipps, die eigene Erkrankung zu akzeptieren

Die Akzeptanz der eigenen Erkrankung ist oftmals kein einfacher Prozess. Gerade im Bereich der psychischen Erkrankungen, die immer wieder unter dem Einfluss von Vorurteilen stehen, ist dies ein schwieriges und umso wichtigeres Thema. Viele Menschen, die ich durch die Klinikaufenthalte kennenlernte, haben sich zu spät in Behandlung begeben, sodass sich die Erkrankung bereits verfestigen und verschlimmern konnte. Und auch ich hatte große Ängste, die mich jahrelang daran hinderten, überhaupt einen offenen Umgang damit zu finden.

5 Tipps, die eigene Erkrankung zu akzeptieren

Ich habe im Folgenden einige Punkte zusammengetragen, die bei der Akzeptanz helfen können:
  1. Selbstreflexion
    Sich selbst ganz genau zu beobachten ist sicherlich einer der ersten und unverzichtbaren Schritte, wenn es darum geht, zu akzeptieren. Die Fragen, die man sich dabei stellen könnte, sind z.B.:
    Was habe ich für Probleme?
    Wie beeinflussen diese Schwierigkeiten meinen Lebensalltag, meine Ziele und meine Lebensqualität?
    Schaffe ich mein Studium/meine Arbeit noch in einem akzeptablen Maß?
    Gibt es Dinge, die mir schwerer fallen als zuvor?
    Bin ich grundsätzlich zufrieden?
    Was bedeutet es für mich, krank zu sein?
    Es geht also damit los, sich einzugestehen, überhaupt Probleme zu haben. Befindet man sich erst einmal in diesem teuflischen Verdrängungsprozess, so ist es sehr schwierig, aus dieser Spirale wieder auszusteigen. Ohne den Willen zur ganz bewussten Achtsamkeit und Ehrlichkeit mit sich selbst funktioniert es leider nicht – und das kann ein sehr anstrengender Prozess sein. Seid geduldig mit euch, es geht nicht von heute auf morgen!
  1. Informationen
    Kann man etwas wirklich akzeptieren, das man nicht versteht? Wichtig ist, sich Informationen über die Krankheit und deren Auswirkungen einzuholen. Dies geht auf vielen unterschiedlichen Wegen:
    • Bei Fachleuten: Es gibt verschiedene Anlaufstationen, die man wählen kann. Neben Psychotherapeuten und Psychiatern können auch viele Hausärzte bereits erste Hilfestellungen und Informationen geben. Die Telefonseelsorge (Tel. 0800-1110111 / 0800-1110222) bietet die Möglichkeit, zunächst einmal anonym mit Fachleuten zu telefonieren und sich beraten zu lassen. Zudem gibt es an vielen Universitäten oder Arbeitsplätzen einen psychologischen Dienst, bei dem man sich jederzeit Beratungsgespräche einholen kann.
    • Durch Fachliteratur: Es gibt unzählige Fachbücher, die viele Informationen über unterschiedlichste Krankheitsbilder geben. Auch gibt es einige biografische Bücher von Betroffenen, die ihre eigenen Erfahrungen beschrieben haben. Hier bekommt man nochmals eine ganz andere Perspektive und einen persönlicheren Einblick darauf, wie ein möglicher Krankheitsverlauf aussehen kann.
    • Durch das Internet: Das Internet beinhaltet zahlreiche Webseiten über Erkrankungen, Symptome, Verläufe und Therapiemöglichkeiten. Hier ist jedoch zu unterscheiden, wie seriös die jeweiligen Plattformen sind. Auch bei Selbstdiagnosen ist immer Vorsicht geboten – das Internet kann keine fachärztliche Diagnose ersetzen! Dennoch gibt es auch hier hilfreiche und gute Anlaufstellen, bei denen man sich informieren kann.
      (In einem anderen Beitrag habe ich mich mit der Frage beschäftigt: Wie entsteht eine Depression?)
  1. Unterstützung durch andere
    Sich Unterstützung und Hilfe durch Freunde oder Familienmitglieder zu holen, fällt nicht immer leicht. Hier können auch große Ängste mit hineinspielen, nicht verstanden oder nicht ernst genommen zu werden.
    Die Tatsache ist leider: Wir können die Reaktion unserer Mitmenschen nicht beeinflussen. Es kann sein, dass wir auf Unverständnis oder Ablehnung stoßen und dass wir nicht die Unterstützung erhalten, die wir uns erhofft haben. Leider ist das ein realistisches Risiko, das sich nicht ausschließen lässt.
    Dennoch können wir uns vorbereiten, bevor wir um Hilfe bitten:
    • Vortasten: Wir haben die Möglichkeit, uns langsam mit dem Thema an unser Gegenüber heranzutasten. Wie geht der andere damit um, wie offen ist er, hat er eine interessierte Gestik und Mimik, fragt er nach oder verhält er sich eher abblockend? Wenn wir auf eine verständnislose oder verharmlosende Reaktion stoßen, müssen wir uns ehrlich fragen, ob es uns gut tut, in eine Diskussion zu gehen oder die Person auf Biegen und Brechen zum Verständnis zu bewegen. Oft macht es Sinn, das Gespräch in eine andere Richtung verlaufen zu lassen und uns andere Personen zu suchen, die in der Lage sind, mehr Empathie für unsere Probleme aufzubringen.
    • Wünsche offen äußern: Erkennen wir grundsätzlich eine offene und interessierte Haltung bei der Person, ist es sinnvoll sich schon im Vorfeld überlegt zu haben, was man sich für eine Unterstützung wünscht und sich zu fragen:
      Was benötige ich momentan?
      Könnte man mich zu einem Arzttermin begleiten oder gemeinsam Informationen sammeln?
      Brauche ich Unterstützung bei der Gestaltung einer geregelten Tagesstruktur?
      Möchte ich öfter entlastende Gespräche führen?
      Denn Hilfe kann auch in eine schädliche Richtung gehen. Wenn man z.B. unter einer Angststörung leidet und die Unterstützung so aussieht, dass die angstauslösenden Situationen noch mehr vermieden werden, dann ist das nicht unbedingt auch die richtige Strategie, die Ängste und deren Ursachen sinnvoll zu bekämpfen. Hier ist es demnach auch wichtig, sich selbst zu beobachten und herauszufinden, was man in der derzeitigen Situation wirklich benötigt.
    • Informationen weitergeben: Wenn wir uns bereits vorher über die mögliche Erkrankung informiert haben, uns beobachtet haben, achtsam waren – dann hilft es auch der unterstützenden Person, mit der Situation so hilfreich wie möglich umgehen zu können!
    Neben Freunden und Angehörigen besteht natürlich noch die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Kontakt aufbauen lässt sich z.B. in Selbsthilfegruppen, Kliniken oder auch im Internet. Mir hat es damals sehr geholfen, mit Menschen zu sprechen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und die noch auf ganz anderer Ebene ein Verständnis für die jeweilige Situation mitbringen!
    1.  Eigene Einstellung
      Wenn wir uns selbst nicht erlauben, krank zu sein und Probleme zu haben, dann wird es unmöglich, die Krankheit zu akzeptieren. Hilfreich kann es sein, sich sogenannte „Ich darf...“-Sätze zu formulieren:
      Ich darf krank sein.
      Es darf mir momentan auch mal nicht gut gehen.
      Ich darf Hilfe annehmen.
      Ich darf geduldig mit mir sein.
      Ich darf auch rücksichtsvoll zu mir selbst sein.
      Ich darf mich und meinen Körper, meine Gedanken und meine Gefühle ernst nehmen.
      Eine wichtige Frage, die man sich stellen kann:
      Was habe ich davon, die Krankheit nicht zu akzeptieren?
      Mit der Akzeptanz beginnt erst die Möglichkeit, an den Problemen arbeiten zu können und etwas an der Situation zu verändern. Was passiert, wenn ich nichts verändere? Vielleicht ist es an dieser Stelle auch sinnvoll, sich das einmal aufzuschreiben.
       
    2. Diagnose
      Mir persönlich hat es sehr geholfen, als ich 2015 die Diagnosen bekommen habe. F32.2 – Schwere rezidivierende depressive Störung ohne psychotische Symptome. F34.1 – Dysthymie. Das bedeutete für mich: Ein Mediziner hat mir gesagt, dass ich eine Krankheit habe – der muss es doch wissen. Und das wiederum hat dazu beigetragen, stärker akzeptieren zu können, dass es momentan nun mal so ist, wie es ist.
    Auch ich befinde mich noch in diesem Prozess zur Akzeptanz – auch, wenn ich schon weit gekommen bin. Ich akzeptiere, psychisch krank zu sein. Das habe ich in den letzten Jahren gelernt. Womit ich mich noch immer schwertue: Zu akzeptieren, dass ich wahrscheinlich immer dazu neigen werde, ins Depressive zu verfallen. Dass ich das nie voll und ganz loswerde. Leider hat sich in der Therapiezeit herausgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit bei mir sehr hoch ist, auch in Zukunft immer wieder mit der Depression zu tun zu haben. Damit will ich keine Angst machen: Depressionen sind in der Regel sehr gut behandelbar. Der Verlauf ist nun mal bei jedem unterschiedlich. Für mich geht es nun unter anderem darum, zu akzeptieren, dass mich die Krankheit mein Leben lang begleiten wird – um dann daran zu arbeiten, dass sie mich nicht beherrscht!

    Ich hoffe, die Tipps können dem ein oder anderen helfen, zu akzeptieren – und vielleicht auch zu verändern.

    Donnerstag, 22. März 2018

    Wie entsteht eine Depression?

    Ich wurde bisher noch nicht oft gefragt, warum ich unter Depressionen leide. Zunächst einmal bin ich der Meinung, dass die Frage nach dem Warum im öffentlichen Diskurs hinsichtlich psychischer Erkrankungen keine Rolle spielen sollte, wenn sie nur im subjektiven Rahmen einer einzelnen Person betrachtet wird - denn:
    1. Oftmals liegt der Depression kein alleiniger Auslöser zugrunde, sie kann selten auf nur eine einzige Ursache zurückgeführt werden. In der Regel sind es mehrere Faktoren, die an der Entstehung einer Depression beteiligt sind. Für einen Betroffenen ist es deshalb nahezu unmöglich, der Frage gerecht zu werden und eine Antwort zu geben, die tatsächlich zur Aufklärung beitragen kann.
    2. Die Gründe sagen nichts über die Schwere der Erkrankung aus. Gerade, weil psychische Krankheiten einen sehr individuellen Charakter haben, ist es im Sinne der Aufklärungsarbeit eine Gratwanderung, wenn es um die subjektiven Ursachen einer bestimmten Person geht – denn diese bilden auch immer die Grundlage für Vergleiche. Da Leidensdruck aber individuell und von Person zu Person unterschiedlich ist, dürfen psychische Erkrankungen meiner Meinung nach nicht verglichen werden.
    3. Die Depression ist eine sehr intime Erkrankung. Die Frage nach dem Warum betrifft immer das eigene Innenleben sowie nicht selten auch das direkte Personenumfeld. Es liegt im persönlichen Ermessen, wie viel man von sich preisgeben möchte.

    Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell - Stress und psychische Verletzlichkeit

    Nicht zu verwechseln hiermit ist jedoch die Kommunikation über allgemeine und mögliche Gründe, die mit der Entstehung einer Depression zusammenhängen können. Um die Depression zu verstehen, ist es natürlich wichtig zu wissen, welche Faktoren sie bedingen können. Solange die Kommunikation hierüber einen möglichst objektiven und breitgefächerten Charakter hat, nimmt man dem Menschen auch die Grundlage zum Vergleichen.

    Hilfreich finde ich das sogenannte Vulnerabilitäts-Stress-Modell. Die Vulnerabilität, also die psychische Verwundbarkeit, beschreibt dabei die Anfälligkeit eines Menschen, psychisch zu erkranken. Hierunter fallen innere und äußere Begebenheiten, die bei einem Menschen bereits vorherrschen, wie z.B. verankerte Werte und Normen, belastende Erfahrungen, genetische Veranlagung und Schwierigkeiten auf der Arbeit oder im sozialen Umfeld.
    Die individuelle Verletzlichkeit wird häufig mit einem Fass visualisiert, das bei jedem Menschen unterschiedlich schnell zum Überlaufen gebracht werden kann. Hat man eine erhöhte Vulnerabilität, so ist das Fass bereits stärker befüllt als bei jemanden, der eine niedrigere Verletzlichkeit hat. 
     




    Kommen nun stressige Ereignisse oder Lebensumstände hinzu, so neigt das Fass durch das geringe Fassungsvermögen bei Menschen mit hoher Vulnerabilität schneller zum Überlaufen – das Bild des Überlaufens symbolisiert demnach die Erkrankung an einer Depression.
    Was in diesem Modell nicht berücksichtigt wird, sind die Ressourcen, die ein Mensch hat und auf die er in stressigen Situationen zurückgreifen kann. Das können z.B. soziale Kontakte, ausgleichende Hobbys oder Dinge sein, die einem auf irgendeine Art und Weise wohltun. Je nachdem, wie viele Ressourcen man besitzt und welche Qualität diese haben, kann dadurch die Belastbarkeitsgrenze erhöht bzw. die Vulnerabilität verringert werden.

    Fazit: Es ist für jeden Menschen wichtig zu wissen, wie eine Depression entstehen kann und welche Faktoren eine Erkrankung begünstigen. Hierzu kann das Vulnerabilitäts-Stress-Modell eine verständliche Veranschaulichung sein, die im folgenden Video noch einmal eindrücklicher erklärt wird.
    Geht es um die individuelle Betrachtung im Rahmen der Aufklärungsarbeit und des öffentlichen Diskurses, so bin ich der Meinung, dass die Ursachenbetrachtung in erster Linie und unwillkürlich dazu führt, dass bewusste und unbewusste Vergleiche stattfinden – und das wiederum führt zu eben jenen Stigmen, die unbedingt ausgeräumt werden wollen. Die möglichen Ursachen einer Depression lassen nicht auch gleichzeitig auf die Schwere der Erkrankung schließen und rechtfertigen keine allgemeingültigen Annahmen über die Charakteristik einer Krankheit, die sich nur individuell richtig fassen lässt.

    Im folgenden Video erklärt Dipl. Psych. Ralf Adam noch einmal genauer, was es mit dem Modell auf sich hat und wie sich eine Depression entwickeln kann:


    Dienstag, 13. März 2018

    Hoffnung in der Depression

    Ein Text, der vor dem letzten Aufenthalt in der Tagesklinik entstanden ist...

    Der Wecker klingelt. Langsam öffne ich die verquollenen Augen. Die Sonne wirft ihre Strahlen sanft durch den dünnen Vorhang in mein Zimmer. Ich halte nicht sehr viel von ihr. Ihre Unbekümmertheit schnürt mir die Kehle zu und raubt mir jede Luft zum Atmen. Wie spät ist es? Es macht keinen Unterschied. Die Zeit ist wahnsinnig unbedeutend geworden. Und ich verstehe sie nicht. Sie verläuft zäh wie dickflüssiger, abgestandener Honig. Bitter, nicht süß. Es ist immer noch Dienstag. Doch auch das ist egal.

    Jeder Tag ist ein Kampf um Struktur. Mein Blick fällt auf den Wochenplan, den ich an einem guten Tag erstellt habe. Aufstehen, frühstücken, Haushalt, rausgehen, Freunde treffen. Duschen nicht vergessen. Selbstfürsorge. Heute ist kein guter Tag.

    Gestern habe ich Hoffnung bestellt, doch es scheint Lieferschwierigkeiten zu geben. Bunte Farben sind auch aus. Wo ist eigentlich der Sinn? Wie oft habe ich Geld für ein paar schöne Schuhe ausgegeben. Oder Schmuck. Oder ein angenehm duftendes Parfüm. Oder ein Smartphone.
    Heute würde ich all das wieder verkaufen, um ein bisschen Hoffnung zu bekommen. Was soll ich mit einer schönen Uhr, wenn Zeit keinen Wert und Leben keinen Sinn mehr hat? Verdammt, hat nicht irgendwer ein bisschen Sinn?!

    Katzenmiauen bahnt sich durch den Urwald der lethargischen Stille. Es zieht mich mit aller Kraft aus dem Bett und trägt mich in Richtung Küche. Vier schwarze Augen blicken erwartungsvoll zu mir hoch und signalisieren Hunger. Ich fülle zwei Näpfe mit Futter, lege mich auf den Boden und lausche dem wohligen Schmatzen. Dann Stille. Es kitzelt mich am Arm. Dann am Kopf. Lautes Schnurren dringt in mein Ohr. Etwas anderes steigt mir auf den Brustkorb und rammt mir die Krallen direkt ins Herz. Immer und immer wieder.
    „Hör auf zu kneten", murmle ich angestrengt und kraule den flauschigen Kopf. Sie legt sich hin, mit dem Kopf auf meinen Hals. Die andere schmiegt sich eng an meinen Körper. Ihr Schnurren lässt das Laminat vibrieren.

    „Na toll", sage ich, „ganz schön unbequem..."

    „Selbst Schuld", schnurrt es in mein Ohr, „du wolltest Sinn – hier hast du ihn."

    „Danke", flüstere ich nachdenklich und anerkennend.

    „Danke."

    (Unbequem ist es trotzdem...)

    Montag, 5. März 2018

    Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

    Es war eine kleine alte Frau, die bei der zusammengekauerten Gestalt am Straßenrand stehen blieb. Das heißt, die Gestalt war eher körperlos, erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.

    Samstag, 24. Februar 2018

    Hilfe bei Depressionen - Die ersten Schritte

    Es war "kurz vor Zwölf"
    Ich weiß, wie schwer die ersten Schritte sein können. Es ist eine Entscheidung, die mit viel Angst und Zweifeln verbunden ist. Sich einzugestehen, dass man das Leben ohne Hilfe nicht mehr oder nur schwerlich bestreiten kann. Aufgrund eines Schmerzes, den so oberflächlich niemand sieht.

    Und gerade, weil ich um die Schwere dieses Schrittes weiß, möchte ich allen Mut zusprechen, ihn zu gehen. Ohne, dass ich ihn gegangen wäre, wäre ich wahrscheinlich heute nicht mehr hier.

    2015 – ein Jahr der Veränderungen und großen Entscheidungen

    Das Jahr 2015 ist das bisher wichtigste in meinem Leben. In diesem Jahr habe ich mir eingestanden, dass ich mein Leben so, wie es war, nicht weiter bestreiten konnte. Ich hatte keine Lebensqualität und auch keinen Lebenswillen mehr. Das Studium war Mittel zum Zweck, um den Schein aufrecht zu erhalten. Um mir und anderen zu beweisen, dass mein Leben funktioniert und ich einen Plan verfolge, der aufgehen wird. Meine Mitbewohnerin hatte währenddessen die tägliche Angst, bald würde der Tag kommen, an dem ich nicht mehr lebend aus meinem Zimmer treten würde. Mir tut diese Angst heute wahnsinnig leid und zeigt mir, dass nicht nur ich unter meiner Erkrankung gelitten hatte.

    Ein bestimmter Morgen im April startete wie automatisiert: Ich stand auf, ging ins Bad, zog mich an und fuhr zu meiner Hausärztin. Mein Verstand funktionierte nur insofern, als dass er mich heile zur Praxis brachte. Heute denke ich, dass irgendetwas in mir eine Entscheidung getroffen hatte: Entweder, ich gebe meinem Leben noch eine Chance oder ich würde es selbst beenden.

    Nach langer Wartezeit saß ich meiner Hausärztin gegenüber und brach völlig zusammen. Ich erzählte ihr, wie es mir ging und dass ich meinen Lebensalltag nicht mehr bestreiten konnte. Sie reagierte sehr verständnisvoll und schickte mich zu einer psychiatrischen Klinik in der Nähe, für die man bei akuten Krisen keinen Termin für ein Gespräch benötigte. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Psychologin, mit der ich dort lange sprach, legte mir einen stationären oder teilstationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung nahe. Das war der Startschuss in ein anderes Leben.

    Im September begann mein Aufenthalt in der Tagesklinik

    Meine Hausärztin stellte mir sofort eine Einweisung aus, sodass ich mich bei einer Tagesklinik in Bremen anmelden konnte. Ich habe mich bewusst gegen einen stationären Aufenthalt entschieden, da ich zwei Katzen zuhause und zudem Schwierigkeiten hatte, aus meinem gewohnten Umfeld ganz herauszutreten.

    Wenn ich daran zurückdenke, weiß ich nicht mehr, wie ich das alles geschafft habe. Ich habe mehr als 20 Mal bei der Tagesklinik angerufen, bis ich mit jemandem sprechen konnte. Hartnäckigkeit, die sich auszahlte, die aber in der Situation, in der sich viele psychisch Kranke befinden, kaum noch zu bewältigen ist. 
    Bevor ihr euch abschrecken lasst: Holt euch Unterstützung! Ruft mit jemandem zusammen an oder sprecht mit eurem Arzt darüber. Es lohnt sich, diesen kraftraubenden Weg zu gehen!

    Am 8. September 2015 begann nach 16 Wochen Wartezeit mein teilstationärer Aufenthalt in der Tagesklinik. Ich möchte in diesem Beitrag nicht allzu viel über die Details des Aufenthalts schildern, nur so viel: Es war die bedeutendste Erfahrung, die ich in meinem Leben jemals gemacht habe. Ich traf auf tolle Menschen mit unterschiedlichsten Erkrankungen und Ausprägungen. Vier davon gehören noch heute zu den besten Freunden, die ich habe. Das Personal war verständnisvoll, mitfühlend und eine große Unterstützung für die weiteren Schritte. Und die Therapien waren, wenn man sich darauf auch wirklich einließ, eine riesige Hilfe.

    Therapeutensuche – Ich habe die für mich beste Therapeutin gefunden

    Schon zu Beginn des Aufenthalts wurde uns nahegelegt, dass wir uns noch währenddessen um einen Therapieplatz bei einem Psychotherapeuten kümmern sollten. Ich möchte nichts schönreden: Die Therapeutensuche ist oftmals mit viel Ausdauer, Wartezeit und Rückschlägen verbunden. Ich habe an zwei Tagen bei mehr als 50 Psychotherapeuten auf Band gesprochen. Ich kann nur jedem raten, sich nicht entmutigen zu lassen und eventuell mit jemandem zusammen die Listen, die man sich unter anderem von der Krankenkasse schnell und einfach zuschicken lassen kann, abzutelefonieren. Es ist leider sehr schwer, jemanden zu finden, der freie Termine hat und bei dem die Wartezeit nicht bis ins nächste Leben reicht.

    Während des Aufenthalts hatte jeder Patient seinen Bezugstherapeuten, bei dem man einmal wöchentlich ein Einzelgespräch hatte. Ich war so zufrieden bei meiner Therapeutin, dass ich all meinen Mut zusammennahm und sie fragte, ob sie auch noch privat praktizieren würde. Sie sagte mir, dass sie neben ihrer Arbeit in der Tagesklinik noch ganz wenig ambulant tätig wäre und momentan noch einen Platz frei hätte. Allerdings hatte sie keine Kassenzulassung, weshalb man über das Kostenerstattungsverfahren gehen musste. Das bedeutet, dass, wenn man nachweislich bei mindestens fünf kassenzugelassenen Therapeuten eine Absage oder keinen Termin innerhalb der nächsten drei Monate bekommt, auch bei einem nicht-kassenzugelassenen Therapeuten eine Psychotherapie in Anspruch nehmen kann. Diese Möglichkeit hat sich inzwischen leider durch das neue Psychotherapeutengesetz wieder erschwert. Viele Krankenkassen sind nicht mehr bereit, die Kosten für einen Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung zu übernehmen. Ein Versuch ist es aber allemal Wert.

    Die Chemie zwischen Psychotherapeut und Patient muss stimmen, damit eine Therapie den bestmöglichen Erfolg erzielen kann

    Meine Therapeutin und ich sind diesen Weg gegangen – und er hat funktioniert. Ich hatte riesengroßes Glück.

    Das Wichtigste ist: Eine Therapie kann nicht funktionieren, wenn die Chemie zwischen Therapeut und Patient nicht stimmt.
    Mir war sofort klar, dass ich mit meiner Therapeutin sehr gut arbeiten konnte und auch sie wäre diesen Weg nicht mit mir gegangen, wenn die Chemie nicht gestimmt hätte.

    Ich habe innerhalb dieser zwei Jahre schon oft mitbekommen, dass Bekannte bei ihren Therapeuten geblieben sind, obwohl sie unzufrieden waren. Dies ist meiner Meinung nach mehr als nachvollziehbar, denn der Aufwand bei der Suche nach einem (neuen) Psychotherapeuten ist immens und erfordert viel Kraft. Aber ein Wechsel lohnt sich! Meine Therapeutin ist mitunter das Beste, was mir während der Zeit passieren konnte. Ohne sie hätte ich längst nicht so viele Fortschritte gemacht und ich möchte behaupten, dass sie mir das ein oder andere Mal sehr wohl das Leben gerettet hat.

    Ich wünsche wirklich jedem einen Therapeuten, der einem so gut es geht zur Seite steht. Noch heute bin ich ambulant bei ihr – das ist für mich ein sehr wichtiger Termin in der Woche und ich konnte in der ganzen Zeit bis jetzt viel von ihr lernen.

    Wichtig ist, Hilfe zuzulassen!

    Seit 2015 bis heute war ich zweimal für elf Wochen in der Tagesklinik, hatte vier Monate lang ambulanten psychiatrischen Pflegedienst, war fünf Wochen in einer teilstationären Reha-Einrichtung und hatte über die ganze Zeit ambulante Psychotherapie. Bald beginnt für mich Soziotherapie – bei dieser werde ich über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren weiterhin ambulant unterstützt. Ich bin also noch nicht am Ende meiner Therapie und werde es vielleicht nie sein. Aber ich habe erkannt, dass ich diese Unterstützung benötige und konnte dank all dieser Schritte schon viele Erfolge erzielen. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich früher dazu bereit gewesen wäre, mir Hilfe zu holen – doch das Wichtige ist, dass ich mir Hilfe geholt habe.
    Wenn es euch schlecht geht und ihr das Gefühl habt, euren Lebensalltag nicht mehr ausreichend bestreiten zu können, dann bitte ich euch:

    Holt euch Hilfe! Es ist ein gutes Gefühl, nicht mit all den Problemen alleine dazustehen. Es gibt so viele Möglichkeiten und es gibt immer Menschen, die euch helfen können. Auch, wenn ihr sie bis jetzt noch nicht gefunden habt.

    Hilfe in Anspruch zu nehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Psychische Erkrankungen sind keine Schwäche. Viele haben leider noch nicht verstanden, dass es jeden Menschen treffen kann, egal in welcher Lebenslage er sich befindet. Mir fallen einige Personen meines Umfelds ein, denen es schon lange Jahre nicht gut geht, die sich jedoch keine Unterstützung holen. Ich bin nicht mehr bereit, mich durch das Leben zu quälen, ohne alle Möglichkeiten einer Gesundung oder Verbesserung der Lebensqualität ausgeschlossen zu haben. Und niemand sollte dazu bereit sein. Niemand!

    Ich habe in diesem Beitrag einige Dinge nur grob angerissen. Wenn ihr weitere Information dazu haben wollt, hinterlasst gerne einen Kommentar oder schreibt mir eine private Nachricht.

    Freitag, 22. Dezember 2017

    Eine Weihnachtsgeschichte

    Das Jahr vergeht, die Zeit verrinnt,
    die Straßen sind verschneit,
    bald die Weihnachtszeit beginnt
    und ich bin nicht bereit.

    Erinnerung vom Schnee bedeckt
    und doch so brennend heiß,
    was das Jahr auch so versteckt,
    Schwarz scheint durch das Weiß.

    Hab viel gesehen und viel versäumt
    und doch auch viel geschafft,
    jetzt liegt die Welt, wie hingeträumt,
    ein Schein, der Wahrheit dehnbar macht.

    Weihnachten, wie auferlegt,
    mit Werten rein und klar,
    doch was nach Glück und Frieden strebt,
    wird selten wunderbar.